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Laufen für die Gesundheit – DLV-Nachwuchstrainer Pierre Ayadi im Interview Gesundheit 

Laufen für die Gesundheit – DLV-Nachwuchstrainer Pierre Ayadi im Interview

Pierre Ayadi ist Diplom-Sportwissenschaftler und der verantwortliche Bundestrainer für den Läufernachwuchs beim DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband). Er ist Sport- und Leistungsexperte und erklärt im Interview, warum Laufen so gesund ist, wie man seine eigene Leistungsfähigkeit optimiert und was bei Sportverletzungen helfen kann.

Portraitfoto Pierre Ayadi
Pierre Ayadi
Diplom-Sportwissenschaftler und
DLV-Nachwuchstrainer

Sport ist gesund – das ist kein Geheimnis. Wie wirkt sich regelmäßiges Lauftraining auf Körper und Psyche aus?

Ein Ausdauertraining, wie das Laufen hilft Stresshormone abzubauen und den Stoffwechsel anzuregen. Studien haben auch belegt, dass sich Laufen positiv auf den Schlaf auswirkt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich ein Dauerlauf auch wunderbar dazu eignet Gedanken in Ruhe zu Ende zu denken und Probleme sind dann nach dem Laufen oft kleiner als davor. Die produzierten Glückshormone können natürlich auch das Wohlbefinden unterstützen.

Als Bundesnachwuchstrainer arbeiten Sie mit vielen zukünftigen Lauftalenten zusammen. Wie hält sich der Nachwuchs fit und gesund und was sollte man selbst tun?

Der Laufnachwuch, mit dem ich arbeite, betreibt das Laufen als Leistungssport und wird von mir auf den Hochleistungssport vorbereitet. Dort spielt es eine große Rolle seinen Körper und die eigenen Grenzen kennenzulernen. Hierbei spielt neben dem täglichen Training auch die Ernährung und Gesunderhaltung eine große Rolle.

Für den Nicht-Leistungssportler reicht es laut Studienlage, wenn man in den Alltag regelmäßig moderate Bewegung integriert und 3-4x wöchentlich 30 Minuten moderaten Ausdauersport und wenn möglich 2x pro Woche ein leichtes Kräftigungsprogramm.

Fast jeder hat einen inneren Schweinehund. Wie kann man diesen besiegen und wie motivieren Sie Ihre Läufer – aber auch sich selbst am besten?

Natürlich ist es gut, wenn man sich grundsätzlich klar macht, welche mittel- und langfristigen Vorteile regelmäßiger Sport mir bringt. Dann muss man den Sport clever in den Alltag integrieren. Die individuellen Schwächen kann man austricksen, wenn man sie kennt. Wer also weiß, dass es ihm schwerfällt morgens alleine Laufen zu gehen, verabredet sich am besten mit Laufpartnern, die lässt man dann nicht hängen.

Im Leistungssport ist oft der erwartete Erfolg ein großer Motivationsfaktor, aber grundsätzlich sind die erfolgreichen Sportler oft auch die Menschen, die Disziplin, Zielstrebigkeit und Organisationstalent in sich vereinen. Diese Sportler muss man dann nur selten und sehr individuell motivieren.

Was raten Sie Läufern, um nach und nach ihre Leistungsfähigkeit zu optimieren?

In erste Linie ist es wichtig für Abwechslung zu sorgen. Gleichbleibendes Training bedeutet, dass sich der Körper an die Reize gewöhnt. Man kann also z. B. den Umfang oder die Intensität verändern oder auch neue Trainingsmittel, wie z. B. Bergläufe einsetzen. Dabei gilt es aber zu beachten, dass man sich nicht überlastet und die Steigerungen nicht zu Verletzungen führen dürfen.

Sport ist wichtig. Regeneration aber auch. Wie sieht die optimale Regeneration aus?

Der Wechsel zwischen Be- und Entlastung ist ein großes Geheimnis. Hier muss man individuelle Wege suchen und finden. Dabei spielt neben dem reinen Training auch die Ernährung, Schlaf und physikalische Therapie mit Massage, Sauna, Bewegung im Wasser eine Rolle.

Welche Ratschläge geben Sie allen Sportlern – vom Profi bis zum Neuling – um das Verletzungsrisiko zu minimieren?

Abwechslungsreich trainieren, keine zu großen Sprünge in der Belastungssteigerung, Kräftigungstraining und Physiotherapie, außerdem die Ausrüstung regelmäßig austauschen.

Wenn sich einer Ihrer Nachwuchstalente beim Sport verletzt, muss die Person schnell wieder fit sein. Was kann man tun? Haben Sie Tipps, die zuverlässig und nachhaltig wirken?

Das hängt natürlich von der Verletzung ab.
Der erste Weg führt zum Arzt und zum Physiotherapeuten, begleitend und in Absprache mit unserem Ärzteteam werden manchmal auch Medikamente eingesetzt. Dabei greifen wir gerne auf altbewährtes zurück, wie Traumeel. Die natürlichen Inhaltsstoffe, aber auch die verschiedenen Darreichungsformen haben viele Sportler zu schätzen gelernt und überzeugt.

Bei Sportlern liegen natürliche Wirkstoffe voll im Trend. Woran liegt das?

Sportler haben immer den gesamten Organismus im Blick.  Bei natürlichen Wirkstoffen halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen, aber Studien haben belegt, dass sie Schmerzen ähnlich gut lindern können.  Außerdem schauen wir im Leistungssport vor Einnahme von Medikamenten zum Abgleich immer auf die Liste der zulässigen Präparate, der „NADAmed“ der Nationalen Anti Doping Agentur. Viele Präparate auf Basis natürlicher Wirkstoffe, wie Traumeel dürfen von Sportlern meist bedenkenlos genutzt werden.

Worauf kommt es nach einer überstandenen Verletzung an, um auch in mentaler Hinsicht wieder fit zu sein?

Langsames Herantasten an die früheren Belastungen, um das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit wieder her zustellen.

Was sind Ihre sportlichen Ziele für 2019?

Weiterhin Spaß am Laufen zu haben und mir mindestens jeden zweiten Tag Zeit zum Laufen zu nehmen.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Freude und bedanken uns herzlich für das Interview!

Pierre kann man auf Twitter unter @runningpierre erreichen

Written by 

Christin Kröger ist Leiterin der externen Kommunikation für die Versandapotheke apo-rot. Seit über 8 Jahren informiert sie Leser zu Gesundheit, Kosmetik und Wohlbefinden.

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