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Tattoo-Kult: 5 Tipps für die richtige Pflege Allgemein Haut 

Tattoo-Kult: 5 Tipps für die richtige Pflege

Tattoos sind in! Was früher als Protestkultur galt, ist heute Mainstream. Laut einer Studie der Uni Leipzig ist jeder fünfte Deutsche tätowiert – gerade bei der Generation Y, die im Zeitraum von 1980 bis frühen 2000er geboren sind, gibt es einen immensen Zuwachs zu verzeichnen. Jährlich werden hierzulande mehr als zwei Millionen Tattoos gestochen.

Als Körperschmuck, Ausdruck seiner Selbst, Erinnerungsstück oder aus Verbundenheit zu seinem Partner – Tattoos sind dauerhafte Körperbilder, die einem das Leben lang begleiten. Ob geometrische Figuren, Schriftzüge oder eine selbst gezeichnete Kreation, bei der Motivauswahl gibt es keine Grenzen. Doch egal, welches Motiv den Körper ziert, Tattoo-Liebhaber sollten auf eine gute Nachsorge kurz nach dem Stechen und eine nachhaltige Pflege achten, um Wundentzündungen zu vermeiden. Wir geben passend dazu nachfolgend einige Tipps.

1. Nach der Stichelei: Hegen und Pflegen

Das Kunstwerk ist gestochen? Wunderbar! Dann geht’s jetzt los mit dem Pflege-Marathon, denn eine frische Tätowierung ist wie eine oberflächliche Hautwunde zu betrachten. Das wichtigste ist die Wundheilung und die Vermeidung einer Wunddesinfektion. Viele Tätowierer decken das Tattoo nach dem Stechen mit einer Frischhaltefolie ab, damit die Farbe nicht an die Kleidung kommt. Was gut gemeint ist, sehen Ärzte mit Skepsis: Zurück zu Hause solltest du die Folie entfernen, weil sich darunter Feuchtigkeit und Wärme auf Dauer stauen, so dass sich schnell feuchte Wundkammern mit Keimen bilden können.

Stattdessen wird die Verwendung von trockenem, sterilem, aber luftdurchlässigen Verbandsmaterial oder Pflastern empfohlen. Diese schützen nicht nur die Haut vor Kontakt mit der Kleidung, sondern fangen auch das Wundsekret auf.

2. Cremen, cremen und nochmal cremen

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Die richtige Pflege und Sauberkeit sind ausschlaggebend für eine schnelle, einwandfreie Abheilung. Zur antiseptischen Wundbehandlung eignen sich Sprays, die eine gute Schleimhaut- und Hautverträglichkeit haben.

Wer sein Tattoo vorerst mit einem Pflaster oder einem Verband schützt, sollte eine dünne Zwischenschicht Creme, wie zum Beispiel eine mit Panthenol und ohne Parfüm- und Farbstoffe auftragen.

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Diese verhindert, dass beim Pflasterwechsel trockene Hautkrusten mit abgerissen werden, die die Wundheilung negativ beeinflussen. Denn Panthenol-Cremes haben eins gemeinsam: Der Inhaltsstoff Dexpanthenol unterstützt zum einen die Feuchtigkeitsbildung und damit die Geschmeidigkeit der Haut, zum anderen die Zellbildung und Regeneration der Wunde. Also, creme die wunde Hautfläche ruhig 2-3 Mal täglich damit ein, damit sie mit genügend Feuchtigkeit versorgt ist. Hast du eher trockene Haut, solltest du dein Tattoo häufiger eincremen. Achtet darauf, immer nur eine sehr dünne Schicht aufzutragen. Das Eincremen ist solange zu wiederholen bis der Schorf verschwunden ist. Nach einigen Tagen fängt die Haut an sich zu pellen. Bitte auch jetzt nicht kratzen, die Haut abziehen o.ä. Einfach weiter pflegen wie oben beschrieben! Die sich neu bildende Haut schimmert silbern. In dieser Zeit kann es zu Juckreiz kommen. Bitte tapfer sein, nicht kratzen und weiter gut cremen, cremen und nochmal cremen!

3. Wasser marsch – oder doch nicht?

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Hygiene ist nicht nur im Alltag wichtig, sondern ganz besonders in den ersten 1-2 Wochen nach dem Stechen. Daher ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht. Zusätzlich eignet sich eine Händedesinfektionslösung mit einer besonders hautfreundlichen Pflegeformel gut.

Aber Achtung: Die frische Tätowierung sollte lieber nicht übermäßig mit Wasser in Berührung kommen, denn das Aufweichen der Haut kann zum Farbverlust führen. Zudem ist Wasser nicht gerade für die Wundheilung förderlich. Behandle die empfindliche Hautstelle nur mit sehr milden Reinigungsmitteln und Seifen ohne Parfüm und achte darauf, dass es nur bei einem kurzen Abduschen bleibt. Und wie verhält es sich mit dem Abtrocknen? Klassische Handtücher beherbergen oftmals Bakterien und fusseln zu sehr, auch zu festes Trockenrubbeln ist nicht empfehlenswert. Daher: Tupfe die empfindliche Hautpartie nur vorsichtig ab. Hier eignen sich zum Beispiel weiche Papiertücher.

4. Wenn der Schweiß läuft…

Du fühlst dich fit und möchtest wieder sportlich aktiv durchstarten? Aber nicht jetzt! Denn Sport, Dehnungsübungen und anstrengende Bewegungen sind mindestens vier bis sechs Wochen bei größeren Tätowierungen tabu. Die im Schweiß enthaltenen Bakterien und der nicht sichtbare Schmutz auf deiner Haut können nämlich zu Entzündungen führen. Gleiches gilt übrigens für das Sonnenbad: Die UV-Strahlung sorgt dafür, dass deine empfindliche Haut noch mehr austrocknet und Farbpigmente schnell verblassen. Also ab in den Schatten. Bei einem abgeheilten Tattoo verwende nur noch Sonnencreme mit LSF 30 oder höher.

5. Optimal kleiden

Was ziehe ich an? Gute Frage, die man sich – zumindest als Frau – im Alltag schon oft genug stellt. Mit einem frisch gestochenen Tattoo ist die Frage jedoch noch essentieller. Zum einem sollte man zu enge Kleidung vermeiden, da diese an der empfindlichen Stelle reiben könnte. Zum anderen sollte das Material möglichst nicht fusseln, da sich beispielsweise die Wolle in der offenen Wunde festsetzen und zu Entzündungen führen könnte. Trage am besten Oberteile oder Hosen aus Baumwolle, da der Stoff das Wundsekret gut aufnimmt und sich leicht reinigen lässt.

Wer sich an diese 5 Tipps hält, on top den Rat vom Profi-Tätowierer einholt und sein neues Tattoo mit viel Liebe pflegt, sollte schon bald sein persönliches Meisterwerk als Körperschmuck, Ausdruck seiner Selbst, Erinnerungsstück oder aus Verbundenheit zu seinem Partner in vollen Zügen genießen können.

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