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Demenz – die größten Irrtümer Gesundheit 

Demenz – die größten Irrtümer

Habe ich den Herd ausgemacht? Wie heißt nochmal die neue Nachbarin? Wo hab ich denn den Schlüssel hingelegt? Diese Fragen stellt sich jeder mal, egal ob Ende 80 oder Anfang 20. Wenn die Vergesslichkeit allerdings beginnt, den Alltag zu beeinträchtigen, man seine Sachen an ungewöhnlichen Orten wiederfindet oder sich auf bekannten Wegen verläuft, sollten die Alarmglocken läuten. Dieses können erste Anzeichen einer beginnenden Demenz sein.

Aber was weiß man noch über Demenz, außer dass es die Krankheit des Vergessens ist? Gut informiert zu sein und auch um die verbreiteten Irrtümer zu wissen, kann bereits helfen, sich mit der Erkrankung auseinander zu setzen, ob nun selbst betroffen oder Angehöriger.

Irrtum: Alzheimer und Demenz sind das gleiche

Bei Demenz denken viele gleich an Alzheimer. Unter dem Begriff „Demenz“ werden jedoch über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung zusammengefasst. Die Alzheimer-Demenz ist nur eine davon, wenn auch die am häufigsten auftretende. Eine wichtige Unterscheidung stellt noch die primäre und sekundäre Demenz dar.

Primäre Demenzen haben ihren Ursprung im Gehirn, weshalb sie auch als hirnorganische Demenzen bezeichnet werden. 90 Prozent der Demenzerkrankungen fallen unter die Kategorie primäre Demenz. Sie sind nicht heilbar. Im Krankheitsverlauf sterben im Gehirn Nervenzellen ab, woraufhin die Verbindungen zwischen den einzelnen Zellen verkümmern. Medizinisch nennt man diese Erkrankungen daher auch „neurodegenerativ“. Neben der Alzheimer-Demenz zählen zum Beispiel auch gefäßbedingte (vaskuläre) Demenzen, die Lewy-Körper-Demenz und die seltene frontotemporale Demenz zu den primären Demenzen.

Die weitaus seltenere Form von Demenzerkrankungen stellt die sekundäre Demenz dar. Sie ist Folge von Erkrankungen wie Depressionen, Alkoholsucht oder Schilddrüsenerkrankungen. Sogar Medikamente, Schädel-Hirn-Traumata oder Vitaminmangel können eine sekundäre Demenz verursachen.

Irrtum: Demenz ist keine Krankheit, sondern Teil des normalen Alterungsprozesses

Eine immer wieder aufkeimende Behauptung, die sich mittlerweile jedoch widerlegen lässt. Einerseits ist es möglich, durch bildgebende Verfahren die charakteristischen Eiweißablagerungen für die Alzheimer-Erkrankung nachzuweisen. Andererseits muss starke Vergesslichkeit keinesfalls zum Alter dazu gehören. Ein gesundes Gehirn ist im Grunde bis ins hohe Alter lernfähig, wenn auch langsamer. Das Problem dieses Irrtums ist aber vielmehr, dass Demenz-Erkrankungen verharmlost und als „Alterserscheinungen“ abgetan werden können. Dabei ist eine frühe Abklärung der Symptome wichtig. Einerseits um bestimmte Formen der Demenz zu behandeln und weiteren Verlusten vorzubeugen, aber auch um Sicherheit zu haben und Veränderungen bestmöglich einzuplanen.

Irrtum: Meine Mutter/mein Vater leidet an Alzheimer/Demenz, ich werde die Krankheit also auch bekommen

Eine eindeutige, erbliche Prädisposition ist nur in einem sehr geringen Prozentsatz der Fälle (unter 5 Prozent) gegeben. Oft handelt es sich dann um die seltenere, familiäre Alzheimer-Krankheit, die oft schon sehr früh ausbricht (zwischen dem 30. und 65. Lebensjahr). Häufen sich in einer Familie relativ jung betroffene Demenzfälle, so ist die erbliche Belastung deutlich erhöht.

Grundsätzlich gibt es zwar genetische Voraussetzungen, die das Risiko einer Demenz-Erkrankung erhöhen. Allerdings treten die meisten Erkrankungen „sporadisch“, also ohne den genannten erblichen Hintergrund auf. Das Risiko ist davon unabhängig aber umso höher, je älter man ist und je mehr zusätzliche Risikofaktoren man mitbringt. Dazu gehören zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, passives Sozialverhalten sowie viele internistische Risikofaktoren (hoher Blutdruck, Diabetes, starkes Übergewicht, hohes Cholesterin, Rauchen etc.).

Ist also ein ein Elternteil an Demenz erkrankt oder verstorben, bedeutet das aber noch lange nicht, dass es einen selbst auch treffen muss.

Irrtum: Man kann nichts tun

Ginkgo Extrakt von Doppelherz. Zur Verbesserung einer altersbedingten kognitiven Beeinträchtigung und der Lebensqualität bei leichter Demenz. In zwei Dosierungen. Ab 10,60 EUR

Das kommt ganz darauf an, was man erwartet. Die Heilung von Demenz, respektive der Alzheimer-Erkrankung ist bislang leider noch nicht möglich. Aber durch unterschiedliche Therapieansätze, ob medikamentös oder psychologisch, lassen sich Verläufe günstig beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich erhöhen. Eine frühe Diagnose ist also umso wichtiger.

Bei leichter Demenz können auch Nahrungsergänzungsmittel Erfolge bringen. Ginkgo biloba zum Beispiel wird seit langem erforscht und ist ein gut untersuchter Wirkstoff. Die Ergebnisse der modernen Wissenschaft zeigen, dass der Extrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern die Durchblutung fördern und dadurch auch die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung verbessern kann. Ginkgo steht im Ruf, eine präventive Wirkung auf Demenzerkrankungen zu haben und bei frühzeitig einsetzender Behandlung auch die Selbstständigkeit länger erhalten zu können. Wird die  Wirkung von Ginkgo bei Alzheimer teilweise noch diskutiert, ist sie bei einer vaskulären Demenz im Frühstadium gut belegt, da die Inhaltsstoffe des Ginkgos nachweislich gegen Arterienverkalkung helfen.

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